Jetzt wirds kalt

Der Sprung ins kalte Nass

Während draussen eisige Temperaturen herrschen und der Schnee die Natur in ein weisses Wunderland verzaubert, gibt es nichts Schöneres als in einer wohlig warmen Sauna zu sitzen. Aber auch hier ist es so, dass sich Gegensätze anziehen.

Die Saunalandschaft des Grand Resort Bad Ragaz.

Nach dem Schwitzen in der Sauna folgt die Kälte. Das Abkühlen ist nämlich genauso wichtig wie die Hitze selbst. «Beim Saunieren wird dem Körper Wärme zugeführt und beim Abkühlen wieder entzogen», so Dr. Matthias Fenzl, Sportwissenschaftler im Medizinischen Zentrum Bad Ragaz.

Doch warum ist das Abkühlen nach dem Saunagang so wichtig? Dr. Matthias Fenzl erklärt: «In der Badezone zwischen 75 und 90 Grad Celsius steigt bei einer Verweildauer von 8 bis 15 Minuten die Kerntemperatur um ein Grad Celsius an. Dass es nicht mehr ist, verhindert der Kühleffekt der Schweissdrüsen, welche 20 bis 40 Gramm Schweiss pro Minute absondern. Davon verdunsten 10 Gramm pro Minute.» Die gebildete Wärme wird dem Gewebe in der Abkühlphase wieder entzogen. Es findet die so wichtige Gegenreaktion statt. «Die Hautdurchblutung wird gedrosselt und die Körperschale zur isolierenden Hülle. Das Zusammenziehen der Gefässe wirkt einem Blutdruckabfall entgegen.»

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« Saunieren steigert nicht nur das Wohlbefinden; es ist mit gesundheitlichen Wirkungen verbunden.»

Dr. Matthias Fenzl, Sportwissenschaftler spezialisiert im Bereich der Balneologie

Saunieren steigert nicht nur das Wohlbefinden, sondern hat auch gesundheitliche Vorteile. Nach dem Saunagang führt die Abkühlung unter anderem zu verbesserter Durchblutung und einer Stärkung des Immunsystems. «Die Abkühlmassnahme führt wie die Wärmebildung zu einer Stoffwechselsteigerung», so der Experte. «Kälte tonisiert zudem die Gefässe und wirkt einem nachlassenden Zelldruck mit Faltenbildung entgegen. Kälteanwendungen werden zur Steigerung unspezifischer Abwehrmechanismen empfohlen, es sind vermehrt Botenstoffe der körpereigenen Abwehr nachgewiesen worden.»

Bei Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Vorsicht geboten. Der Sportwissenschaftler rät: «Bei Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte die Abkühlung nur mit einem Kaltwasserguss (erst Arme und Beine) ohne Eintauchbecken durchgeführt werden. Ein abruptes Eintauchen in kaltes Wasser lässt den Blutdruck stark ansteigen und kann zu Herzrhythmusstörungen führen.» Das Abkühlen nach dem Saunagang dient nicht nur zur Erfrischung, sondern ist auch essenziell für die Gesundheit. Es unterstützt den Körper dabei, sich zu regenerieren, stärkt das Immunsystem und fördert die Durchblutung. Richtig durchgeführt, trägt es massgeblich zu den positiven Effekten des Saunierens bei – sowohl für den Kreislauf als auch für die Haut. Selbst wenn es manchmal etwas Überwindung kostet, lohnt sich das Abkühlen in jedem Fall.

Und so gehts richtig:


  1. Verbringen Sie eine Minute sitzend in der Sauna, um Ihren Kreislauf auf das Aufstehen vorzubereiten.
  2. Gehen Sie für eine kurze Gehrunde an die frische Luft und führen Sie anschliessend den ersten Kaltwasserguss durch – sei es unter der Dusche, mit dem Kneipp-Schlauch oder der Schwallbrause.
  3. Um die überschüssige Wärme abzugeben, kann jetzt ein ein- bis zweiminütiges Tauchbad in 15 bis 17 °C-kaltem Wasser folgen. Bei einer Restwärme ist die Prozedur zu wiederholen, um ein Nachschwitzen zu vermeiden.
  4. Nach der Kneipp-Therapie erfolgt die Abkühlung mit einem weichen Wasserstrahl vom Fussrücken an der äusseren Rückseite hoch bis zum Gesäss (kurz verweilen), dann an der inneren Seite des Oberschenkels zurück zur Ferse. Diesen Vorgang wiederholen Sie dreimal.
  5. Beenden Sie die Abkühlung mit einem Vollguss: Giessen Sie das Wasser in einer Zickzacklinie im Tannenbaummuster über jede Rückenhälfte.

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